EuroCV › Ratgeber

Kündigung schreiben: Muster und Regeln für Arbeitnehmer

Aktualisiert am 2026-10-25
Kurz gesagtEine Kündigung des Arbeitsvertrags muss in Deutschland schriftlich auf Papier erfolgen und eigenhändig unterschrieben sein – E-Mail, WhatsApp oder Fax reichen nicht (§ 623 BGB). Ins Schreiben gehören deine Daten, der Arbeitgeber, das Datum, ein klarer Kündigungssatz mit Termin („fristgerecht zum …, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt“) und deine Unterschrift. Ohne Probezeit und ohne abweichende Vertrags- oder Tarifregel gilt eine Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende (§ 622 Abs. 1 BGB). Entscheidend ist der Tag, an dem die Kündigung beim Arbeitgeber ankommt – also persönlich gegen Empfangsbestätigung übergeben.

Du hast einen neuen Job in Aussicht oder willst einfach weg – und jetzt musst du die Kündigung schreiben. Das Schreiben selbst ist kurz, aber an drei Stellen passieren die teuren Fehler: falsche Form, falsche Frist, kein Nachweis über den Zugang. Hier bekommst du eine Vorlage zum Kopieren und die Regeln, die nach deutschem Arbeitsrecht wirklich zählen.

Die wichtigste Regel: Schriftform nach § 623 BGB

Laut § 623 BGB bedarf die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses durch Kündigung oder Auflösungsvertrag „zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; die elektronische Form ist ausgeschlossen“. Für dich heißt das:

Die viel gesuchte Kündigung per E-Mail ist also ein Irrweg. Du kannst deinem Chef vorab eine Mail schicken, um ihn zu informieren – wirksam wird die Kündigung aber erst mit dem unterschriebenen Original.

Was in ein Kündigungsschreiben gehört

Ein Kündigungsschreiben als Arbeitnehmer braucht keine Begründung. Diese Bausteine reichen:

  1. Absender: dein Name, deine Anschrift, eventuell Personalnummer.
  2. Empfänger: Firmenname und Anschrift, am besten die Personalabteilung oder die Geschäftsführung.
  3. Ort und Datum.
  4. Betreff: „Kündigung meines Arbeitsvertrags“.
  5. Kündigungssatz mit Termin: eindeutig, ohne „ich überlege“ oder „ich würde gern“.
  6. Bitte um Bestätigung des Eingangs und des Beendigungsdatums.
  7. Bitte um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis – darauf hast du nach § 109 GewO Anspruch.
  8. Eigenhändige Unterschrift.

Optional, aber sinnvoll: ein Satz zum Resturlaub und ein freundlicher Dank. Beides macht das Schreiben nicht wirksamer, aber das Gespräch danach angenehmer.

Kündigung Vorlage: Muster für Arbeitnehmer zum Kopieren

Diese Vorlage für die Kündigung des Arbeitsvertrags passt für die meisten ordentlichen Kündigungen. Ersetze die Angaben in Klammern.

[Vorname Nachname] [Straße Hausnummer] [PLZ Ort]

[Firma GmbH] Personalabteilung [Straße Hausnummer] [PLZ Ort]

[Ort], [TT.MM.JJJJ]

Kündigung meines Arbeitsvertrags, Personalnummer [12345]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum [31.12.2026], hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieser Kündigung sowie das Beendigungsdatum schriftlich.

Meinen verbleibenden Resturlaub von [8] Tagen möchte ich bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses nehmen. Außerdem bitte ich um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis.

Für die gute Zusammenarbeit bedanke ich mich herzlich.

Mit freundlichen Grüßen

[eigenhändige Unterschrift] [Vorname Nachname]

Warum „hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt“?

Verrechnest du dich bei der Frist, wäre eine Kündigung zu einem zu frühen Datum ohne diesen Zusatz unter Umständen auszulegen oder anzugreifen. Mit dem Zusatz ist klar: Du willst auf jeden Fall gehen, notfalls eben etwas später. Den Satz solltest du nie weglassen.

Kündigung in der Probezeit, fristlos oder einvernehmlich?

Das Muster oben ist für die normale, ordentliche Kündigung. In drei Situationen brauchst du einen anderen Text:

Welche Kündigungsfrist gilt für dich?

Bevor du ein Datum ins Schreiben setzt, prüf drei Quellen in dieser Reihenfolge: deinen Arbeitsvertrag, einen eventuell geltenden Tarifvertrag und das Gesetz.

Wie du das Enddatum konkret ausrechnest, mit Rechenbeispielen und Tabelle, steht in Kündigungsfrist für Arbeitnehmer.

Rechenbeispiel

Du hast keine Probezeit mehr, der Vertrag nennt nur „die gesetzliche Frist“. Deine Kündigung geht dem Arbeitgeber am Montag, 2. November 2026, zu. Vier Wochen später ist der 30. November – das ist zugleich ein Monatsende. Dein letzter Arbeitstag ist der 30. November 2026. Kommt die Kündigung erst am 4. November an, reicht es nicht mehr zum 30. November; der nächste Termin ist dann der 15. Dezember.

Zustellung: So kommt die Kündigung sicher an

Eine Kündigung wird erst wirksam, wenn sie dem Arbeitgeber zugeht – nicht, wenn du sie abschickst. Den Zugang musst im Streitfall du beweisen. Deine Optionen, vom sichersten zum unsichersten:

  1. Persönliche Übergabe gegen Empfangsbestätigung. Bring zwei Exemplare mit, gib eines ab und lass dir auf dem zweiten „Original erhalten am [Datum], [Name], Unterschrift“ quittieren.
  2. Übergabe mit Zeugen oder per Bote, der den Inhalt gesehen hat und den Einwurf protokolliert.
  3. Einwurf-Einschreiben – nur noch eingeschränkt: Das Bundesarbeitsgericht hat am 30.01.2025 entschieden (Az. 2 AZR 68/24), dass Einlieferungsbeleg und Online-Sendungsstatus allein keinen Anscheinsbeweis für den Zugang begründen.
  4. Einschreiben mit Rückschein – riskant, weil der Brief bei Abwesenheit nur in der Filiale liegt und erst mit Abholung zugeht.

Plane deshalb ein paar Tage Puffer vor dem Stichtag ein – gerade zum Monatsende.

Nach der Kündigung: deine To-do-Liste

Mit dem Abschicken ist es nicht getan. Diese Schritte solltest du direkt danach erledigen:

Typische Fehler beim Kündigungsschreiben

Eine kompakte Checkliste aller Schritte vom ersten Gespräch mit dem Chef bis zum letzten Arbeitstag findest du unter Richtig kündigen.

Der nächste Job: Bewerbungsunterlagen vorbereiten

Spätestens mit der Kündigung beginnt die Bewerbungsphase, falls du noch nicht unterschrieben hast. Ein aktueller, sauber strukturierter Lebenslauf spart dir dann viel Zeit. Mit dem EuroCV-Builder erstellst du einen Lebenslauf nach deutschen Standards in wenigen Minuten; welche Funktionen in welchem Paket stecken, siehst du unter Preise.

Häufige Fragen

Kann ich meinen Arbeitsvertrag per E-Mail kündigen?

Nein. Nach § 623 BGB braucht die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses die Schriftform, die elektronische Form ist ausdrücklich ausgeschlossen. Wirksam ist nur ein Papierschreiben mit deiner eigenhändigen Unterschrift, das dem Arbeitgeber zugeht.

Muss ich in der Kündigung einen Grund angeben?

Bei einer ordentlichen Kündigung als Arbeitnehmer nicht. Ein Satz wie „hiermit kündige ich das Arbeitsverhältnis fristgerecht zum …, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ genügt. Nur bei einer fristlosen Kündigung musst du den Grund auf Verlangen unverzüglich schriftlich mitteilen (§ 626 Abs. 2 BGB).

Welche Kündigungsfrist gilt, wenn im Vertrag nichts steht?

Dann gilt die gesetzliche Grundkündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats (§ 622 Abs. 1 BGB), in einer vereinbarten Probezeit zwei Wochen (§ 622 Abs. 3 BGB). Ein Tarifvertrag kann davon abweichen.

Wie stelle ich die Kündigung am sichersten zu?

Am sichersten ist die persönliche Übergabe mit Empfangsbestätigung auf deiner Kopie oder die Übergabe vor einem Zeugen. Beim Einwurf-Einschreiben reichen Einlieferungsbeleg und Sendungsstatus laut BAG (Urteil vom 30.01.2025, 2 AZR 68/24) allein nicht als Beweis für den Zugang.

Bekomme ich Arbeitslosengeld, wenn ich selbst kündige?

Ohne wichtigen Grund verhängt die Agentur für Arbeit in der Regel eine Sperrzeit von zwölf Wochen (§ 159 Abs. 3 SGB III). Außerdem musst du dich spätestens drei Monate vor dem Ende arbeitsuchend melden (§ 38 SGB III).

Erstelle deinen Lebenslauf kostenlos

Lebenslauf-Builder, KI-Vorschläge und PDF-Download. Kostenlos, für immer.

Jetzt starten

Willst du mehr?

Anzeigen-Matching, maßgeschneiderter Lebenslauf, Anschreiben, Interviewvorbereitung und Übersetzung in 7 Sprachen.

Pro entdecken