Was gehört in den Lebenslauf, Abschnitt für Abschnitt
Zu wissen, was in den Lebenslauf gehört, ist die halbe Miete: Die andere Hälfte besteht darin zu wissen, was raus muss. Ein Lebenslauf ist kein Archiv deines Lebens, sondern ein Verkaufsinstrument. Jeder Abschnitt muss eine einzige Frage der Personalverantwortlichen beantworten: Warum sollte ich ausgerechnet dich einladen? Schauen wir uns Abschnitt für Abschnitt an, was rein gehört und was du streichen kannst.
Kontaktdaten: das Wesentliche, mehr nicht
Hier brauchst du wenig, aber es muss stimmen. Aufnehmen solltest du Vor- und Nachname, Wohnort oder Region, Telefonnummer und eine professionelle E-Mail-Adresse (keine Adressen wie kaetzchen97@). Den Link zu LinkedIn nur dann, wenn das Profil aktuell ist.
Streiche ohne Zögern: Fotos (sofern nicht verlangt), vollständiges Geburtsdatum, Familienstand, Religion, die ausgeschriebene Wohnanschrift. Das sind Angaben, die deiner Bewerbung nicht helfen und dich unbewussten Vorurteilen aussetzen können.
Profil: drei Zeilen, die den Ton setzen
Es ist das Erste, was gelesen wird. Schreib 2 bis 4 Zeilen, die festhalten, wer du bist, was du kannst und was du suchst. Beispiel: Verkaufsmitarbeiter mit 5 Jahren Erfahrung im Einzelhandel, spezialisiert auf Upselling und Kassenmanagement. Suche eine Position als Teamleiter in stark frequentierten Filialen.
Vermeide Floskeln: \"dynamische und zielorientierte Persönlichkeit\" sagt nichts aus. Ersetze sie durch Zahlen und konkrete Spezialisierungen.
Berufserfahrung: Ergebnisse, keine Stellenbeschreibungen
Das ist der Abschnitt mit dem größten Gewicht. Schreib zu jeder Station Position, Unternehmen, Zeitraum und dann 2 bis 4 Stichpunkte mit Ergebnissen, kein Copy-and-paste aus dem Arbeitsvertrag.
- Was rein gehört: Tätigkeiten mit starken Verben und Zahlen (Umsatz innerhalb eines Jahres um 18 % gesteigert, ein Team von 4 Personen geführt).
- Was raus kann: selbstverständliche Aufgaben, veraltete oder nicht passende Stationen, lange und allgemeine Beschreibungen.
Nutze die umgekehrt chronologische Reihenfolge: die aktuellste Tätigkeit zuerst. Wenn du die Branche wechselst, erkläre in einer Zeile den roten Faden deines Werdegangs.
Ausbildung und Kompetenzen: relevant und überprüfbar
Bei der Ausbildung nennst du die für die Stelle relevanten Abschlüsse mit Einrichtung und Jahr. Bei solider Berufserfahrung genügt der höchste Abschluss: Den Schulabschluss musst du nicht aufführen, wenn du ein Studium abgeschlossen hast.
Die Kompetenzen trennst du in fachliche (Software, Sprachen, Zertifikate) und überfachliche. Bei Sprachen nutze die GER-Stufen (B2, C1), nicht vage Adjektive. Bei den Tools schreib nur, was du wirklich beherrschst: Im Gespräch wird man danach fragen.
Was immer aus dem Lebenslauf raus sollte
Manche Dinge mindern den Wert grundsätzlich:
- Rechtschreibfehler und uneinheitliche Formatierung.
- Plattitüden und Eigenlob ohne Belege.
- Allgemeine Hobbys, die nur Platz füllen.
- Der Hinweis \"Referenzen auf Anfrage\" (wird vorausgesetzt).
- Mehr als zwei Seiten, sofern du keinen langen und komplexen Werdegang hast.
Wie du all diese Abschnitte in einem klaren, ATS-lesbaren Layout unterbringst, erfährst du im kompletten Leitfaden So schreibst du einen perfekten Lebenslauf.
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Häufige Fragen
Welche persönlichen Daten gehören in den Lebenslauf?
Es genügen Vor- und Nachname, Wohnort (auch nur die Region), eine Telefonnummer, eine professionelle E-Mail-Adresse und, falls hilfreich, der Link zu LinkedIn. Verzichte auf Familienstand, ein vollständiges Geburtsdatum und Religion: Sie sind unnötig und können dich Diskriminierung aussetzen.
Muss ich alle Berufserfahrungen aufführen?
Nein. Nimm die für die Stelle relevanten Stationen auf, in der Regel der letzten 10 bis 15 Jahre. Sehr alte oder nicht passende Tätigkeiten kannst du zusammenfassen oder weglassen. Besser wenige, gut beschriebene Stationen mit Ergebnissen als eine lange, allgemeine Liste.
Was schreibe ich, wenn ich wenig Erfahrung habe?
Setze auf Praktika, Werkstudententätigkeiten, Uni-Projekte, Ehrenamt und Soft Skills. Ergänze ein einleitendes Profil, das Ziel und Stärken benennt. Es zählt, was du konkret getan hast, nicht nur Titel: Beschreibe Aufgaben, eingesetzte Tools und erzielte Ergebnisse.
Gehören Hobbys in den Lebenslauf?
Nur, wenn sie einen Mehrwert bieten oder zur Stelle passen (z. B. Mannschaftssport für Jobs mit viel Teamarbeit). Vermeide allgemeine Angaben wie Lesen oder Reisen. Ist der Platz knapp, lass die Hobbys weg und nutze die Zeilen für Kompetenzen und Erfahrung.
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